Ein Gespräch mit unserem CEO Oshiro Hirotsugu
Warum YAMAHA auf Battery Swapping setzt
Jedes Unternehmen hat seine Anfänge, und wer könnte besser aus dem Nähkästchen über die ersten Schritte von ENYRING plaudern als unser CEO selbst, der damals Teil des Pitching-Prozesses bei Yamaha Motor in Japan war.
Damit starten wir auch unsere Blogserie „Inside ENYRING“, in der wir verschiedene Perspektiven aus unserem Team teilen und einen genaueren Blick auf die unterschiedlichen Aspekte unseres Battery Swapping Systems und unseres Services werfen. Wir haben uns mit ENYRINGs CEO Oshiro Hirotsugu zusammengesetzt, um herauszufinden, wie aus einer internen Idee bei Yamaha Motor Co. ein eigenes Start-up mitten in Berlin wurde und woher der Name ENYRING eigentlich stammt.
Lass uns ganz am Anfang starten. Was waren die ersten Schritte und wann hat eigentlich alles begonnen?
Damals wurden wir von Yamaha Motor beauftragt, neue Mobilitätsideen zu entwickeln und verschiedene Möglichkeiten zu erkunden. Zu dieser Zeit rückten elektrische Zweiräder mit wechselbaren Akkus vor allem in Asien immer stärker in den Fokus, und wir fanden diesen Ansatz sehr spannend. Er nimmt viel operativen Aufwand ab und hilft dabei, Risiken zu vermeiden, die häufig mit dem Laden und Lagern von Lithium-Ionen-Akkus verbunden sind.
In Europa ist die Fahrradkultur bereits tief verwurzelt, und eBikes machen im Jahr 2026 in Ländern wie Deutschland und den Niederlanden rund die Hälfte aller verkauften Fahrräder aus. Gleichzeitig haben wir ähnliche Herausforderungen erkannt wie bei elektrischen Rollern in Asien, darunter lange Ladezeiten und eine schnelle Alterung der Akkus.
ENYRING ist eine Tochtergesellschaft von Yamaha Motor. Der Investitionsprozess läuft dort natürlich anders ab als bei einem klassischen Start-up. Wie habt ihr die Idee intern vorangetrieben und wo musstet ihr am meisten Überzeugungsarbeit leisten?
Wir haben das Ganze nie als eine weitere Idee präsentiert, sondern als etwas, das sehr gut zu Yamahas übergeordneter Mobilitätsstrategie passt. Aus unserer Sicht ist Battery Swapping der nächste Schritt in der Elektromobilität, und der Wandel hin zu einem servicebasierten Modell wird künftig eine wichtige Rolle spielen.
Außerdem haben wir deutlich gemacht, dass wir durch die Gründung als eigenständiges Unternehmen schneller agieren und einfacher mit externen Partnern zusammenarbeiten können. Der schwierigste Teil war definitiv, alle von einem servicebasierten Geschäftsmodell zu überzeugen und mit der allgemeinen Unsicherheit umzugehen, die entsteht, wenn man etwas völlig Neues aufbaut, das sich noch nicht am Markt bewiesen hat.
Gleichzeitig haben wir uns auch Gedanken über den Namen gemacht. Die Idee hinter ENYRING ist, dass der Akku Teil eines größeren Energiekreislaufs wird, in dem er wiederverwendet und recycelt werden kann. Daher kommt auch der Name: ENY steht für Energy und RING für den Lebenszyklus. Das Ziel ist es, langfristig einen nachhaltigeren Kreislauf aufzubauen.
Yamaha Motor ist natürlich ein riesiges Unternehmen. Wie unterscheidet sich der Aufbau von ENYRING von einem klassischen Start-up ohne diesen Background?
Wir profitieren definitiv von Yamahas Erfahrung, vor allem wenn es um eBike-Mobilität und den Aufbau eines Unternehmens in der Anfangsphase geht. Yamaha hat das eBike-Konzept damals weltweit mit auf den Weg gebracht, deshalb können wir heute auf unglaublich viel Wissen und Erfahrung zurückgreifen.
Gleichzeitig gibt uns Yamaha Motor natürlich auch eine gewisse Glaubwürdigkeit, was gerade bei Partnern ein großer Vorteil ist. Trotzdem arbeiten wir unabhängig und können schnell handeln und flexibel bleiben. Am Ende geht es darum, das Beste aus beiden Welten mitzunehmen.
Aus deiner Sicht: Warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, Battery Swapping auf den Markt zu bringen?
Im Moment kommen einfach mehrere Dinge zusammen. Städte wie Berlin und Amsterdam werden immer elektrischer, vor allem im Liefer- und Shared-Mobility-Bereich, und das Thema Laden wird zunehmend zu einer echten Herausforderung. Gleichzeitig machen Akkus einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Deshalb ergibt es einfach Sinn, sie separat zu verwalten und als eigene Infrastruktur zu betrachten.
Dazu kommt der Aspekt der Nachhaltigkeit, der immer wichtiger wird. Gerade Themen wie die Wiederverwendung von Akkus und ihr gesamter Lebenszyklus rücken immer stärker in den Fokus. Deshalb ist Battery Swapping mittlerweile nicht mehr nur eine Idee, sondern entwickelt sich zu einer echten Lösung.
In diesem Jahr liegt unser Fokus auf unserer PoC-Phase, also dem Proof of Concept, die im September startet. Wir haben bereits einige spannende Partner an Bord, aber vieles ist noch streng geheim. Was müssen wir aus dieser Phase am meisten lernen und wo wird die größte Herausforderung liegen?
Die größte Herausforderung wird sein, das Modell stabil zu skalieren. Wir glauben an das Konzept, aber der eigentliche Test beginnt erst dann, wenn mehr Nutzer und mehr Standorte dazukommen. Wir müssen schnell lernen, wie die Menschen den Service tatsächlich nutzen, und gleichzeitig sowohl das Produkt als auch unsere Prozesse kontinuierlich weiterentwickeln. Am Ende geht es darum, aus diesen Erkenntnissen ein Modell zu schaffen, das nachhaltig wachsen kann.
Wenn du auf die Anfänge zurückblickst: Was war damals die größte Herausforderung?
Eine der größten Herausforderungen war es, das richtige Team aufzubauen. Da unser Geschäft Hardware, Software und Operations miteinander verbindet, brauchten wir viele unterschiedliche Fähigkeiten und mussten trotzdem schnell vorankommen. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern haben wir alles aufgebaut, ohne wirklich einen Fahrplan zu haben. eBikes, Akkus, Swap-Stationen, App und Operations in einem einzigen System zusammenzuführen, war alles andere als einfach. Und weil es sich um ein neues Konzept handelt, funktionieren viele Dinge erst dann wirklich, wenn man sie im echten Leben testet. Deshalb haben wir ständig gelernt, angepasst und weiterentwickelt. Und genau das tun wir auch heute noch.
Der Launch unseres Produkts und Services rückt immer näher und für viele wird Battery Swapping vielleicht das erste Mal überhaupt ein Thema sein. Was ist der größte Vorteil, den ENYRING bietet?
Meiner Meinung nach liegt der größte Vorteil unseres Services darin, dass wir den Akku als Infrastruktur betrachten und dadurch viele operative Hürden aus dem Weg räumen. Indem wir das Laden und das Akku-Management übernehmen, vereinfachen wir den täglichen Betrieb und verbessern Verfügbarkeit und Effizienz deutlich. Zusätzlich bieten wir eine integrierte Lösung, die Akkus, Swap-Stationen, Software und Operations miteinander verbindet. Unsere Kunden müssen sich nicht mit dieser Komplexität beschäftigen. Sie können sich auf ihr Geschäft konzentrieren und gleichzeitig von den Vorteilen des Systems profitieren.
Da der Launch immer näher rückt, öffnen wir bald auch unsere Waiting List für alle, die sich frühzeitig mit dem Thema Battery Swapping beschäftigen möchten.
Warum sollte man sich schon jetzt mit Battery Swapping beschäftigen?
Battery Swapping ist etwas, das schon heute relevant ist, weil es Probleme löst, die in Städten längst Realität sind. Je elektrischer urbane Mobilität wird, desto sichtbarer werden Herausforderungen wie lange Ladezeiten oder reduzierte Betriebszeiten. Das sind keine Probleme der Zukunft, sondern Themen, mit denen Unternehmen schon heute umgehen müssen. Gleichzeitig werden auch die Handhabung und Lagerung von Akkus immer wichtiger, besonders wenn mehrere Fahrzeuge im Einsatz sind. Sicherheit, geeignete Lagerbedingungen und ein zuverlässiger Umgang mit Akkus können schnell aufwendig und komplex werden.
Mit Battery Swapping wollen wir genau diese Herausforderungen lösen. Indem wir Akkus als Teil einer gemeinsamen Infrastruktur verwalten, entfällt nicht nur das Laden. Wir übernehmen auch die Verantwortung für die sichere Handhabung und Lagerung. Deshalb geht es schon jetzt nicht nur um eine neue Idee, sondern auch darum, einen Blick hinter die Kulissen dessen zu bekommen, woran wir gerade arbeiten.
Wer sich früh auf die Waiting List setzt, bleibt nah an der Entwicklung von ENYRING, erhält Einblicke hinter die Kulissen und erfährt als Erstes, was als Nächstes passiert. Außerdem entsteht schon früh ein direkter Kontakt zu unserem Team. So kann man besser verstehen, worum es bei ENYRING geht und wie Battery Swapping später vielleicht zum eigenen Unternehmen passen könnte.
Vielen Dank, Hiro, für die vielen Einblicke in die Entstehungsgeschichte von ENYRING, die Herausforderungen der Anfangszeit und warum es schon heute Sinn macht, sich mit Battery Swapping auseinanderzusetzen.